Ein besonderes Ausstattungsmerkmal unserer Klinik ist die Ganzkörperkältetherapie bei -110°C, welche besondere Behandlungsmöglichkeiten bietet. Dieses einzigartige Kälteerlebnis ist ein hochwirksames Behandlungsverfahren. Kälte wird, in ähnlicher Weise wie Wärme, seit jeher als Therapeutikum eingesetzt.
Die Ganzkörperkältetherapie führt zu einer Vielzahl an positiven Veränderungen, wie beispielsweise einer Minderung entzündlicher Prozesse, zur Lösung von Muskelverspannungen sowie u.a. anhaltenden Effekten bei Migräne und anderen Kopfschmerzsyndromen. Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates, einschließlich der Muskulatur mit entzündlich, degenerativ oder traumatisch bedingter Funktionsstörung sowie Schmerztherapie, stellen die Hauptanwendungsbereiche der Ganzkörperkältetherapie dar. Die kurze Einwirkung von starker Kälte kann zu einer Schmerzblockade, einer Minderung entzündlicher Prozesse, zur Lösung von Muskelverspannungen sowie zu einer Modulation des Immunsystems führen.
Der in Einzelstudien und nach Expertenmeinung große Vorteil der Kältetherapie ist, dass es keine indikationsbezogenen Gegenindikationen, sondern insgesamt sogar einer Verbesserung von übergeordneten Funktionen wie Kreislauf, Immunsystem sowie einen ausgeprägten stimmungsaufhellenden Effekt hat. Dies ist insofern von großer Relevanz, weil Menschen mit chronischen Schmerzsyndromen auch bis zu (65 %) seelische depressive Syndrome sowie eine allgemeine verstärkte Erschöpfbarkeit aufweisen. Die Kryotherapie kann hier eine „doppelte Wirkung“ entfalten und insbesondere für Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen keine medikamentöse Behandlung für einen depressiven Zustand wünschen, von besonderem Interesse sein. Auch hier gilt natürlich: Die Kältetherapie kann auch ergänzend zu einer bestehenden Behandlung eingesetzt werden.
Durch den trockenen kurzen Kältereiz am ganzen Körper wird vermehrt Sauerstoff aufgenommen und die Lungen sind gleichzeitig entspannt. Ebenso führt dieser Reiz zu einer „Sympathikusaktivierung“, d.h. alle Körperfunktionen werden intensiviert und beschleunigt und auch verbrauchte Stoffe werden in den Geweben schneller abgebaut. Die direkte Einwirkung des Kältereizes auf die Nervenzellen verändert deren Ansprechbarkeit, wodurch Entzündungen gehemmt, Schmerzen reduziert, und der Muskeltonus „heruntergefahren wird“. Neben den schon erwähnten Effekten auf Stimmung und Wohlbefinden durch Endorphinausschüttung (antidepressive Wirkung) wird auch das Immunsystem insgesamt robuster.
Hieraus ergeben sich für die Kryotherapie (zu den erwähnten Indikationen) folgende Behandlungsschwerpunkte an unserem Haus:
Rheumatische Gelenk- und Muskelbeschwerden, andere Formen entzündlicher Gelenkerkrankungen (Arthrosen, Arthritis, Reizsyndrome), unspezifische muskulär-neuronale Syndrome wie Fibromyalgie, Fatigue-Syndrom und postinfektiöse Syndrome (z.B. nach Covid-Erkrankung oder anderen viralen Erkrankungen). Antidepressive Indikation, in Verbindung mit anderen therapeutischen Maßnahmen, insbesondere bei leichten Erschöpfungsdepressionen, aber auch bei mittelgradigen Depressionen, wenn keine Medikation gewünscht bzw. nicht vertragen wird oder in Ergänzung zu den bestehenden Medikamenten.
Ebenfalls wirkt sich die Ganzkörperkältetherapie positiv auf Muskelspasmen, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Neurodermitis, Psoriasis vulgaris und Psoriasis arthropathica aus.
Als Gegenindikation für die Kryotherapie sind im Wesentlichen zu benennen: Erkrankungen mit erhöhtem Kälteempfinden, manifeste arterielle Durchblutungsstörungen, nicht behandelte Herz-Kreislauf-Probleme, Epilepsie, unbehandelter Blutdruck, Herzschrittmacher oder Beschwerden nach einem Schlaganfall.
Im Zentrum der Wirkungsweise steht der auf den ganzen Körper einwirkende ca. 2-3 minütige Einsatz einer extremen Kälte von -110°C. Metallteile wie Schmuck, Uhren etc. werden entfernt.
Die aus drei Sektoren bestehenden Kältekammer wird in Badebekleidung, mit Mundschutz, Ohrenschutz, Handschuhen, dicken Socken sowie festem Schuhwerk betreten. In der ersten Sektion herrscht eine Temperatur von -10°C, in der zweiten Sektion ist die Temperatur auf -60°C herunter gekühlt. Danach schließt sich die eigentliche therapeutische dritte und letzte Sektion mit einer Temperatur von -110°C an. Durch eine Aufsichtsperson besteht ständiger Sichtkontakt. Mittels Gegensprechanlage wird die bereits verstrichene Verweildauer laufend angesagt. Bei Verlassen der Kältekammer werden wiederum erst die -60°C-Sektion und dann die -10°C-Sektion passiert.
Diese Anwendung wird regulär zweimal täglich an den Wochentagen über den gesamten Aufenthalt durchgeführt. Indikation und Kontraindikation werden vorab im ärztlichen Aufnahmegespräch eruiert.
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